Lean Construction in Infrastrukturprojekten am Beispiel eines Bahnsteigs

Lean Construction in Infrastrukturprojekten

Am Beispiel des Bahnsteigs “Mühlburger Feld” in Karlsruhe

„Rund drei Monate lang ging an der Haltestelle Mühlburger Feld nichts mehr, denn: Der barrierefreie Umbau stand an. Nun ist die Haltestelle fertig, der Bahnverkehr kann also wieder rollen – und das drei Wochen früher als geplant.“ Das schreibt KA-News über die Baustelle. Wie Lean Construction diese Beschleunigung möglich gemacht hat erklären wir Ihnen hier.

Datengetriebene Prozessoptimierung mit Digital Lean Construction

Unser Kunde Reif entschied sich für die Implementierung von Lean Construction in diesem Projekt, um den Bauprozess transparent darzustellen und eine kollaborative Prozessplanung zu ermöglichen. Diese Planung haben wir in einem gemeinsamen Workshop erarbeitet und in einer anschließenden wöchentlichen Lean Besprechung evaluiert und verbessert.

Dabei näherten wir uns dem Projekt mit dem Last Planner System aus der Vogelperspektive und erarbeiteten anschließend weitere Details bis auf die tagesscharfe Planung der Tätigkeiten. Somit war es uns möglich den Bauablauf vollumfänglich zu begreifen und in unserer Software zu visualisieren.

Schritt 1: Grundlagenworkshop

Als Einstieg in jedes Projekt ist es von enormer Bedeutung, alle Projektbeteiligten dazu zu befähigen, Lean Methoden anzuwenden. Dazu haben wir ein spezielles interaktives Workshopkonzept entwickelt, das den Mitarbeitern spielerisch alle notwendigen Methoden beibringt. Zusätzlich hilft es auch dabei die Mehrwerte von Lean Construction zu verstehen und direkt auf das Projekt anzuwenden.

Schritt 2: Gesamtprozessanalyse

Im Anschluss an den Grundlagenworkshop beginnen wir gemeinsam mit der Analyse des Gesamtprozesses. Dabei wird das Projekt von hinten nach vorne in einzelne Prozessschritte zerlegt, um alle Abläufe und Abhängigkeiten zu erkennen.

Projektteam im Infrastrukturprojekt: Bahnsteig Mühlburger Feld

Schritt 3: Meilenstein- & Phasenplan

Der Gesamtprozessanalyse folgt der Meilenstein- & Phasenplan in dem das gesamte Projektteam die einzelnen Prozessschritte auf Meilensteine, Wochenarbeitspakete und eine Zeitschiene herunterbricht. Dadurch entsteht bereits ein transparenter Bauablauf, der dem Bauzeitenplan an Detaillierung um Weiten überlegen ist.

Schritt 4: Wochenplanung

Anschließend steigen wir noch eine weitere Ebene tiefer ins Projekt ein und planen alle Tätigkeiten auf Tagesebene ein. Dadurch ist es uns möglich, alle Zusammenhänge und mögliche Probleme im Bauablauf ausfindig zu machen. Zusätzlich fließt die komplette Erfahrung aller Poliere in diese Prozessplanung ein, sodass der Ablauf bereits in dieser Phase oft stark optimiert werden kann. So auch im Projekt Mühlburger Feld.

Schritt 5: Evaluation & Optimierung

Die Planung wurde wöchentlichen Besprechungen, von Rund einer Stunde Dauer, evaluiert und angepasst. Diese Evaluation ermöglicht weitere Optimierungen des Bauablaufs und zeigt auf, wie gut wir unsere Leistung einschätzen konnten. Eventuelle Störungen des Bauablaufs erkennen wir direkt in dieser Besprechung. Die Lösungen dazu ergeben sich oft direkt aus der Diskussion und werden im Detail in der anschließenden Baubesprechung beschlossen.

Digitale Prozessplanung mit Lean Construction Software

Schritt 6: Nachbereitung und Kennzahlen

Mithilfe der Lean Construction Software zeigen wir, dass Lean nicht nur für große Projekte geeignet ist, sondern gerade bei kleinen, zeitkritischen Verkehrsinfrastrukturprojekten, welche meist unterschätzt werden, sein wahres Potential entfalten kann. Denn gerade hier können die generierten Daten für projektübergreifendes Lernen durch das Erstellen von Projektstandards genutzt werden.
Zusätzlich ist die Auswertung aller Prozessdaten im System möglich. Dadurch lassen sich sinnvolle Kennzahlen erheben und weitere Optimierungspotentiale freilegen. Insbesondere das Lernen von Projekt zu Projekt wird durch ein digitales Lean System gefördert.

Fazit

Das digitale System und der standortunabhängige Zugriff auf Daten, ermöglicht es neuen Mitarbeitern oder Projektunbeteiligten, visuell in den Projektablauf aktueller oder vergangener Projekte einzutauchen um die bestehende Projekterfahrung zu nutzen.

Projektleiter Jürgen Werner sagt:

„Durch die Beratung von PLACE gelang es uns, die geplante Bauzeit gemeinsam mit dem AG zu reduzieren. Durch die digitale Prozessplanung kennt das gesamte Projektteam zu jedem Zeitpunkt seine Aufgaben. Besonders die Transparenz und die gemeinschaftlichen Absprachen haben mich und mein Team begeistert.”

Wir bedanken uns herzlich bei Reif für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und freuen uns auf die kommenden Projekte.

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